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Castle Triathlon Series Dr. Pirkko Schuppan in Köln

Was der Triathlon für mich bedeutet – Teilnahme am Castle Triathlon Series

Wohl fast jeder kennt ihn, diesen inneren Faulpelz, der sich so schwer überlisten lässt. Auch Robbie Williams sieht sich selbst als eine eher gemütliche und faule Person und er habe einen dicken Mann in sich, der es kaum erwarten könne, herauszukommen. Mir geht es nicht anders, denn auch ich mag es sehr gern, nach dem Feierabend die Zeit mit meiner Familie zu genießen und auch ab und zu einfach auf der Couch zu sitzen.

Den inneren Faulpelz überwinden – Meine Liebe zum Triathlon

Da es mir häufig schwer fällt, einfach Sport zu treiben und laufen zu gehen, um gesund zu bleiben, stecke ich mir lieber konkrete Ziele. Damit kann ich meinen Ehrgeiz wecken und auf ein ganz bestimmtes Event hin trainieren. Immerhin bin auch ich als zweifache Mama nicht vor den körperlichen Veränderungen einer Schwangerschaft „verschont“ geblieben und suche mir daher immer wieder kleine Herausforderungen, um fit und gesund zu bleiben. Das aktuellste sportliche Event, an dem ich teilgenommen habe, liegt noch gar nicht so lang zurück: Anfang Juli ging es für mich nach England, genauer gesagt nach Hever, südlich von London.

Warum Triathlon in England?

Nachdem ich im vorherigen Jahr meinen ersten Halbmarathon in Köln gemeistert hatte, empfahl mir ein Freund den Hever Castle Triathlon. Mit England verbindet mich recht viel, denn nach meinem Abitur habe ich dort mein Medizinstudium sowie einen Teil meiner Assistenzarztzeit verbracht. Meine beste Freundin lebt unweit von Hever entfernt und auch eine der bekanntesten plastischen Abteilungen befindet sich in unmittelbarer Nähe (in East Grinstead). Kurz gesagt: der Hever Castle Triathlon war das perfekte nächste Trainingsziel für mich. Vorgenommen hatte ich mir die Teilnahme am Aquathlon mit einer Schwimmstrecke von 3.8 km und einer anschließenden Laufstrecke von 21 km.

Alles vorbei? Vor dem Wettkampf krank im Bett

Im Juni dieses Jahres war ich beruflich viel unterwegs. Nur zehn Tage vor dem Wettkampf fesselte mich leider eine Magen-Darm-Grippe drei Tage lang ans Bett. Hin- und hergerissen, ob ich der Belastung standhalten könnte, entschied ich mich letztendlich, die Reise anzutreten, mich aber nur für die Schwimmstrecke von 3.8 km aufzustellen.

Für gewöhnlich galt das Wasser als sehr kalt, doch zu dem Zeitpunkt des Festival of Endurance beim Hever Castle herrschte mit über 30 Grad Ausnahmezustand. Es war der bis dato heißeste Tag des Jahres und auch der See hatte sich auf 24 Grad aufgeheizt, sodass Neoprenanzüge für die Langstreckenschwimmer verboten wurden. Mir war bei dem Gedanken, eine solch lange Strecke ohne Neopren zu schwimmen, schon ziemlich mulmig – immerhin hatte ich das zuvor noch nie getan. Würde ich meine persönliche Wunschzeit von 1:30:00 erreichen können?

“If at first you don’t succeed, try and try again”

 Dann ging plötzlich alles ganz schnell: Die Schwimmer wurden an den Start gebeten. Das Wasser fühlte sich angenehm an und die Strapazen und Zweifel der letzten Tage waren wie verflogen. Unmittelbar nach dem „Go!“-Zeichen verschmolzen alle Schwimmenden zu einer ehrgeizigen, sich bewegenden Masse – ein Teil davon zu sein, war überwältigend. Ich fühlte mich super und die erste Hälfte der Strecke verlief ohne Probleme. Zwischendurch gab ein kleiner Fluss den Teilnehmern Anschub und ich spürte, dass sich mein Schwimmtraining durchaus bemerkbar machte.

Keep on – Herausforderungen gehören dazu

Nach etwa zwei Kilometern wollte ich einen schnellen Blick auf meine Uhr werfen und schwamm daher in Brustlage. Während dieser kurzen Strecke verkrampfte sich meine Wade. Fortan zog sich meine Muskulatur bei jeder noch so kleinen falschen Bewegung unangenehm zusammen. Das kostete mir leider Zeit und ärgerte mich sehr – denn ansonsten fühlte ich mich top fit.

Unwohl wurde mir auch, als mich plötzlich etwas am Bauch zwickte, doch es stellte sich schnell als ein harmloser Ast heraus, der mich gestreift hatte. Etwa 400 Meter vor dem Ziel verkrampfte auch noch meine andere Wade, sodass ich mich mit hängenden Beinen ins Finish quälen musste. Meine Zeit: 1:37:37.

Natürlich war ich etwas enttäuscht, dass ich mein persönliches Zeitziel verfehlt hatte, aber ich war auch extrem stolz auf mich, dass ich trotz der vorherigen Krankheit und den fiesen Wadenkrämpfen den Wettkampf gemeistert hatte. Den restlichen Tag konnte ich in vollen Zügen genießen und meinen Mann am Ziel der Laufstrecke empfangen.

Nächstes Jahr werde ich auf jeden Fall wieder an der Startlinie stehen – und dann werde ich nicht nur schwimmen, sondern auch beim anschließenden Lauf dabei sein! 

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