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DR. Pirkko schuppan

DR. Pirkko schuppan

Plastisch-ästhetische Chirurgin

Endlich Kölner! Mein Treffen mit Stephan Brings und Lupo beim „Klappstuhl-Till“

Dieses Jahr steht für mich ein Jubiläum an, denn mittlerweile wohne ich schon zehn Jahre in der nordrhein-westfälischen Millionen-Metropole. Als ich mich 2009 im Einwohnermeldeamt von London nach Köln ummelden ließ, fiel mir das wirklich schwer. London ist eine wundervolle Stadt und ich konnte dort viele wichtige Erfahrung in beruflicher wie auch privater Hinsicht sammeln. Zu meinem frischen Köln-Status bekam ich damals auch eine kleine Broschüre mit Gutscheinen und Tipps für die Stadt. Auf dieser war zu lesen: Endlich Kölner!

Zwar fand ich diesen Ausspruch irgendwie lustig und süß, aber so richtig nachvollziehen konnte ich das Ganze zunächst nicht. Eine Hochzeit, zwei Kinder und fünf Jahre Selbstständigkeit im Epizentrum des Karnevals später bin ich so langsam als Kölnerin angekommen. Umso stolzer war ich, als mich der gebürtige Kölner Till Quitmann zum Interview bat – denn in der Region ist der Mann mit dem Klappstuhl für seine Gesprächsrunden mit Gästen aus Film, Sport, Musik, Youtube und allen anderen erdenklichen Sparten bekannt.

Wer mich kennt, weiß, dass ich schon gern mal den Ton angebe, aber es überhaupt nicht mag, im Mittelpunkt zu stehen. Insbesondere auf einer Bühne. Neben einem echten Profi. Vor zahlreichen Zuschauern. Jede Prüfung – sei es Abitur, an der Uni oder während meiner Facharztausbildung – habe ich größtenteils nur mit Bachblüten und Betablockern überstanden; so groß war jeweils meine Angst. Was zum Teufel hat mich also dazu bewegt, zuzustimmen, als mich Till Quitmann als Gast in seine Live-Show eingeladen hat? War es Mitleid oder ein Moment geistiger Umnachtung? 

Nein. Letztendlich war es wohl doch die Tatsache, dass mir die Enttabuisierung des Themas „Intimchirurgie“ so wichtig ist, dass ich kurzerhand meine Ängste zur Seite gestellt und eingewilligt habe. Denn niemand sollte sich mit einem unwohlen Gefühl und einem starken Leidensdruck „abfinden müssen“. Sexualität und Intimität sind nach wie vor Themen, über die nicht gern offen sowie öffentlich gesprochen wird. Doch sie gehören genauso angesprochen wie alle anderen Angelegenheiten und Probleme. Das gilt eben auch für die Intimchirurgie.

Bereits im vergangenen Jahr hatte ich das Vergnügen, mit Till arbeiten zu dürfen. Beim Fernsehbeitrag im April  gab er mir die Chance, das Thema Intimchirurgie mit einer gelungenen Mischung aus ungezwungenem und leichtem Humor sowie der nötigen Ernsthaftigkeit an die Zuschauer seiner Sendung zu adressieren. Zwar war ich auch hier zunächst nervös, da alles sehr aufregend und spannend war, doch allein die Tatsache, dass ich alles zweimal, dreimal oder auch fünfmal sagen und neu aufnehmen konnte, fand ich dann doch ziemlich beruhigend. Bei einer Live-Show hingegen ist das ja etwas ganz Anderes…

Schon im Oktober waren mein Team und ich bei einer von Tills Live-Shows dabei – hier allerdings „nur“ im Publikum. Anfang des Jahres dachte ich mir, dass April (da stand dann meine Live-Show an) ja noch eine ganze Weile hin sei. Damit versuchte ich, mich zu beruhigen und das Event erst einmal zu ignorieren. Als dann aber Katja und Till höchstpersönlich bei mir in der Praxis standen, um mich (und meinen Behandlungsstuhl!) einzuladen, wusste ich, dass es kein Zurück mehr gab.

Besonders schwierig für mich war, dass mein Mann Jesko und mein Sohn in dieser Zeit nicht bei mir sein konnten. Bereits zwei Tage vor der Show waren sie nach Rom gereist. Tatkräftige Unterstützung erhielt ich aber von meiner Tochter und meiner Adoptivmutter, die extra aus Berlin anreiste. Das gab mir den wichtigen „moral support“ (zu dt. moralische Unterstützung, Rückenstärkung), wie die Engländer sagen würden. Bei der Show saß mein Team in Reihe 6 (Sex ;)) – passend zu den besprochenen Themen Intimchirurgie und G-Punkt-Unterspritzung

Unser Gruppenfoto 🙂 auf der Volksbühne Rudolfplatz

Die Gäste der Show waren die Band Lupo mitsamt des neuen Sängers Tim, Stepan Brings von der Kölner Mundart-Band „Brings“, Harald „Toni“ Schuhmacher (ehemaliger deutscher Fußballtorwart und Vizepräsident des 1. FC Köln), Jupp Menth, Hundetherapeut Masih Samin, „Et Flejende Funkemarieche“ Katja Baum, die zusätzlich auch noch die Bühneorganisation übernahm, der Kölner Jugendchor St. Stephan – und ich. ☺ Seitdem Lupo in der Schule meiner Tochter einen Auftritt hatten, ist sie ein Riesenfan. Und ich bin ein Fan meiner Tochter und muss sagen, dass es mir total gutgetan hat, mich an ihrer Hand festhalten zu dürfen. Es war so schön, zu sehen, wie stolz und gleichzeitig aufgeregt sie war, mit hinter der Bühne zu sein – als einziges Kind und ganz ohne ihren Bruder. ☺

Ich bin mir ehrlich gesagt nicht mehr sicher, ob ich irgendwelche bestimmten Vorstellungen oder Erwartungen hatte, aber ich war begeistert. Alle waren super nett zu uns, insbesondere zu meiner Tochter. Starallüren? Fehl am Platz!

Ich war als erster Gast dran. So kurz vor meinem Auftritt schlug mein Herz wie wild. Würde ich überhaupt ein Wort herausbekommen? Meine Ohren trugen dieselbe Farbe wie mein knallroter Lippenstift – kein gutes Zeichen. 😉

Auch wenn ich auf der Bühne immer noch recht aufgeregt war, verflog das mulmige Gefühl an Tills lockerer Seite – der lässig und im hübschen Frauenkleid auf meinem Behandlungsstuhl platzgenommen hatte – ziemlich schnell. Im Interview sprachen wir über G-Punkt-Unterspritzungen, Schamlippenverkleinerungen und über meinen beruflichen Werdegang sowie über privatere Themen. Alles im gesunden Verhältnis von spaßig-unterhaltsam und ernst-informativ. 

Im Nachhinein ist man (und damit meine ich vorrangig mich selbst) immer sehr selbstkritisch: Was man alles hätte sagen können, was man vielleicht hätte anders sagen wollen und vor allem was man hätte besser machen können. Aber alles in allem war ich doch zufrieden mit mir. Und die Hauptsache: Es hat super viel Spaß gemacht und gleichzeitig eine wichtige Botschaft vermittelt. 

Mit Klappstuhl-Till auf der Bühne im Scheinwerfer-Licht

Rückblickend bin ich doch recht froh, dass ich gleich als erste auf die Bühne musste. So konnte ich den Rest des Abends ohne weiteres Lampenfieber genießen und den interessanten Persönlichkeiten der Stadt zuhören. Till hat ein Händchen dafür, seinen Gästen die persönlichen Geschichten auf so sympathische und lustige Weise zu entlocken.

Köln war für mich eine Liebe auf den zweiten Blick. Spätestens nach dem Abend mit Till und seinem Team kann ich jedoch mit Sicherheit sagen: „Endlich Kölner!“ Was für eine aufregende Stadt und was für interessante Persönlichkeiten! Ein riesiges Dankeschön an Till, Katja, Stephan und Lupo. Es war eine unbeschreibliche Erfahrung und ich habe vollsten Respekt davor, was ihr auf der Bühne leistet. Seid euch sicher: Ihr habt nun zwei Fans mehr!

Aber ein Leben auf der Bühne für mich? Nein, danke. Das ist dann doch nicht so ganz meins. 

Stattdessen freue ich mich jetzt wieder auf meinen vertrauten, kleinen OP.    
Eure Pirkko

Bißchen empfindlich der gute Till 😉
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